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SPD- Kreistagsfraktion fordert Praktikumsbörse

Ratsfraktion

Neumarkt – Die SPD–Kreistagsfraktion will in Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft und dem Landratsamt eine Internet–Plattform einrichten, auf welcher international tätige Firmen aus dem Landkreis Neumarkt (Pfleiderer, Bionorika, Eberhard Faber, Huber, Bögl u. a.) Praktikumsstellen für Jung–Akademiker anbieten und in der auch die Hochschulabsolventen und Doktoranden ihre Anfragen um solche Stellen kostenlos einstellen können.
Mit dieser Plattform sollen die Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und die Hochschüler gute Jobs.

Tatsache sei nach Darstellung von Kreisat Josef Mayer bei der Sitzung der SPD–Kreistagsfraktion, dass bundesweit die jungen Hochschulabgänger häufig als Billigarbeitskräfte ausgenutzt werden. Die mit Praktikumsstellen verbundene Hoffnung, dass das Praktikum ähnlich funktioniert wie die Probezeit in einem üblichen Beschäftigungsverhältnis, erfülle sich sehr häufig nicht. Das Schlagwort von der „Generation Praktikum“, so Carolin Braun, sei nach wie vor berechtigt, weil viele gering vergütete Praktikumsstellen eben nicht in reguläre Beschäftigungsverhältnisse übergeführt würden.
Daher, so die Sozialdemokraten im Landkreis, sollen durch eine Praktikantenbörse in Form einer Internet–Plattform seriöse, kontrollierte und verlässliche Angebote vermittelt werden, die eine spätere Anstellung zwar nicht garantieren kann, gleichwohl aber eine gewisse Gewähr bietet, dass die Notlage der jungen Berufseinsteiger nicht ausgenutzt wird.
Daneben habe diese zu schaffende Plattform auch das Ziel, den Firmen den dringend gesuchten akademischen Nachwuchs zu sichern bzw. zu vermitteln.
Bürgermeister Helmut Himmler berichtet von einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden Württemberg, in dem eine Praktikantenvergütung von 2,46 Euro Brutto pro Stunde als sittenwidrig bewertet wurde und der als Praktikantin arbeitenden Mitarbeiterin in einer Agentur der Status einer Arbeitnehmerin mit angemessener Vergütung zugesprochen worden sei. Dieser Triumph der „Generation Praktikum“, ermöglicht durch ein deutsches Gericht, sei zugleich eine schallende Ohrfeige für ausbeuterische Firmen und solche Praktiken wolle man im Landkreis Neumarkt keineswegs haben.
André Radszun befürwortete die in der Metropolregion Nürnberg vorgesehene Mitfahrerzentrale im Landkreis und somit in allen 19 Städten und Gemeinden. Durch eine einfach zu bedienende Online–Mitfahrerzentrale im Internet könnten Mobilität verbessert und darüber hinaus Energie und Kosten gespart werden.